Glaube verbindet uns von Herz zu Herz

Das stärkste vorstellbare Band der Welt ist das Band der Liebe. Es kann alles verwandeln und selbst Todfeinde zu Freunden machen. In den Weisheitstraditionen der Welt ist Liebe tief mit unserem Geist verbunden.


Wie der große bengalische Dichter Rabindranath Tagore schrieb: "Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sie ist die einzige Realität, die letztgültige Wahrheit im Herzen der Schöpfung". Um das Herz der Schöpfung zu finden, muss jedoch erst das eigene Herz erforscht werden. Dort sind unsere Erfahrungen von Liebe und Nicht-Liebe gespeichert.


Diese Erfahrungen befinden sich im Konflikt, weshalb es vielen Menschen schwer fällt, wirklich an Liebe zu glauben. Sie haben zu viele nicht liebevolle Erfahrungen gemacht. Vielleicht wurden sie betrogen, eingeschüchtert, zurückgewiesen oder verlassen. Es ist auf jeden Fall sehr schwer, an Liebe zu glauben, wenn schmerzhafte Erinnerungen weiterhin weh tun. Deshalb schränken sie die Suche nach Liebe ein. Sie fürchten, zu exponiert oder verletzlich zu sein und sich so in Gefahr zu bringen.


Glaubensfragen müssen sich im wirklichen Leben beweisen und bewähren. Dem Glauben an Liebe gelingt dies ohne Weiteres, wenn wir Liebe über den persönlichen Bereich ausdehnen und immer mehr Menschen einbeziehen.


Der erste Schritt besteht darin, überhaupt erstmal danach zu streben, als liebevolle Person zu leben. Im zweiten Schritt suchen wir nach Situationen, in denen Liebe helfen kann. Als Drittes gilt es, die Hand auszustrecken und konkrete Akte der Liebe zu vollziehen. Das Ego hat zwar Angst davor, sich zu entblößen und verletzlich zu fühlen, aber das ist eine falsche Angst.


Ein Akt der Liebe bedeutet nicht, sich selbst total zurückzunehmen oder laut "Ich liebe dich" zu sagen. Es bedeutet, eine Handlung zu vollziehen, die einer anderen Person so hilft, wie wir uns wünschten, dass uns geholfen wird. Solche Hilfe kann auch durch einen liebevollen Gedanken kommen. Sie kann durch einen Akt der Großzügigkeit, ein verständnisvolles Wort oder einfach durch die Frage "Geht es dir gut?" geschehen. Das Herz weiß bereits bestens, was zu tun ist, um zu lieben und zu helfen.


Wenn wir uns verausgaben, also alles geben, geschieht dies fast immer aus der Fülle unseres Herzens heraus. Wer aus Liebe handelt, erwartet von der anderen Person keinerlei Gegenleistung. Liebe verlangt keine Opfer oder Märtyrertum. Liebe verbindet Menschen von Herz zu Herz mit beidseitigem Gewinn.


Für eine Mutter ist es leicht und natürlich, ihre Liebe gegenüber dem Kind in die Tat umzusetzen. Die Herzen der beiden sind verbunden, sodass das Gefühl, verletzlich oder entblößt zu sein, gar nicht erst aufkommt. Das Band der Gefühle ist ungebrochen. Das ist das Ideal, das wir im Auge behalten sollten, wenn wir unsere Liebe über den Familien- und engen Freundeskreis hinaus ausdehnen wollen.




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